199 konkrete Handlungstipps für Gleichberechtigung im Alltag.
Wenn schon, denn schon, und ich habe begonnen, reinzulesen. Vorweg: ich habs nur zu 70% gerlesen, weil es sehr unangenehm und ermüdend war. Nicht nur wegen des Inhalts, sondern, weil die wichtigen Punkte mit blassoter Schrift „hervorgehoben“ sind und die ganz wichtigen überhaupt rot auf rotem Hintergrund geschrieben sind. Da tu ich mir sehr schwer.
Ich war ja eigentlich überzeugt - im Gegensatz zud Autorin - dass unser Rechtssystem seit 1975 zwar grundsätzlich gleiche Rechte für alle garantieren soll, das aber noch nicht ganz umgesetzt ist. So besteht die Wehrpflicht nur für Männer, auch können Frauen früher in Pension gehen. Weitere Beispiele: Fördermaßnahmen zugunsten von Frauen (Bevorzugung von Quotenfrauen, es gibt aber keine Quotenmänner), die es nicht für Männer gibt, Diskriminierung von Männern bei der Obsorge. Die Ungleichbehandlung durch Quotenfrauen wurde 1993 eingeführt und hat wieder eine neue Diskriminierung geschaffen, diesmal der Männer.
Also habe ich mir gedacht: Ich bin gespannt, weil ich habe nur 4 Beispiele für Diskriminierung auf Grund des Geschlechts gefunden, die aber eher sehr vorteilhaft für Frauen sind.
Spoiler 1: Die Gleichberechtigung für Frauen existiert. Die für Männer nach wie vor nicht.
Spoiler 2: Es geht in dem Buch gar nicht über Gleichberechtigung. Feminismus hat nur auf dem Papier und verbal etwas damit zu tun, in echt geht es um etwas anderes:
Die Autorin verwechselt „Equality of opportunities“ mit „Equality of outcome“, Gleichberechtigung mit der Forderung: Dort, wo Frauen unterrepräsentiert sind wird gefordert, dass Frauen auf 50% (mindestens) kommen. Allerdings nur bei positiven Punkten, ich habe z.B. die Forderung nach Quoten bei Arbeit auf Ölplattformen, Kanalräumung, Bergwerksarbeit, beim Milität und vor dem Hochofen vermisst, wo Frauen dramatisch unterrepräsentiert sind.
Man könnte das Buch wie folgt zusammenfassen:
1. Die Männer sind an allem schuld.
2. Die meisten Männer sind schlecht. (S. 213)
Ein paar Beispiele: Männer halten Frauen die Tür auf, das ist keine Höflichkeit, sondern Machtdemonstration (S. 219)
Männlichkeit ist sowieso toxisch: als Beispiel werden Themen genannt wie „Gewinnen“, „emotionale Kontrolle“, „Risikobereitschaft“, „Vorrang der Arbeit“. Wenigstens dürfte letztere Eigenschaft abnehmen, weil die derzeitige Generation will deutlich weniger arbeiten als ihre Eltern oder gar Großeltern.
S. 212: „Was fehlt, ist ein positives Männerbild.“ (Unter einem Zusatz stimme ich zu: Was der Autorin fehlt, ist ein positives Männerbild. ich würde sogar sagen: Es fehlt ein positives Weltbild überhaupt.
Ich finde auch Widersprüchliches:
Seite 144: „Es gibt keine Erzählung von triebgesteuerten Frauen.“ S. 145: Der Begriff Nymphomanin wurde als Diagnose für sexuell unkontrollierbare Frauen genutzt. Also doch eine Erzählung.
Wenn etwas gar nicht ins Narrativ passt, dann wird einfach umdefiniert. Das Ignorieren von klassischen Definitionen und das Erfinden von Spezialdefinitionen ist ein typisches Strategem des Feminismus. So wird die Psychologie, die den Sexualtrieb als Trieb bezeichnet umgeschrieben zu: „Sexuelle Lust ist kein Trieb“.
(Woher weiß sie, dass der männliche Sexualtrieb kein Trieb ist? Kann es sein, dass Frauen anders als Männer ticken?)
Beispiele für konkrete Handlungsanleitungen:
Frauen sollen ihre schweren Koffer selbst schlappen (sic!) Es ist höchste Zeit, Scham zu verlernen.
Ich habe auch ein neues Schlagwort gelernt: „Adultismus“. Die Systematische Herabsetzung von Kindern. Diskriminierung auf Grund des Alters. Ob das aber wirklich durchdacht ist, wage ich zu bezweifeln. Eine Gleichstellung mit Erwachsenen halte ich für eine Katastrophe: Gefängnis für Straftaten, frühe Wehrpflicht (Kindersoldaten sind anderswo sehr beliebt), Behördenwege selbst gehen müssen, … kann alles ein Kind ab dem Augenblick, wo es lesen und schreiben kann. Kinderarbeit sowieso. Schulpflicht wird abgeschafft. Kann man wollen. Ich finds nicht gut, es bedeutet zurück in die Steinzeit.
Zusammengefasst: Das Buch ist hervorragend geeignet, sich einen Überblick über den Feminismus zu verschaffen. Sämtliche feministische Schlagworte sind angeführt, mit feministischen Definitionen (die sich manchmal von den übrlichen unterscheiden). Mit der Einschränkung auf modernen Feminismus. Der Feminismus war bis 1975 wichtig. Damals wurde die Gleichberechtigung gesetzlich festgelegt. Damals hätte es eigentlich eine riesige Party geben müssen, aber die Feministen haben sich eine neue Identität gegeben, die oft als „Männerhass“ bezeichnet wird. Ich finde das äußerst schade.
Frage an die Feministen: Wer wird schuld an der eigenen Misere sein, wenn jedem Mann die letzte männliche Kompetenz ausgetrieben wurde? Antwort: Immer die Männer, immer das Patriarchat. Natürlich zusammen mit Rassismus, der geht immer.
Das Dilemma
Wie kann ein Konzept zum Erfolg führen, das ausschließlich anderen die Schuld gibt? Andere müssen sich ändern, damit ich Erfolg habe. Solange die anderen sich nicht ändern, bleibe ich erfolglos. Was ist aber, wenn die anderen sich nicht ändern wollen oder können?
In den USA wird der „Erfolg“ dieses Konzepts deutlich: Die
Anzahl der Hochzeiten ist in den Keller
gerutscht, Männer, die sich komplett aus dem „Datingmarkt“ zurückziehen ist
dramatisch und im Steigen. Wenn eine Frau ein Problem hat, einen platten Reifen
oder schafft es nicht, etwas zu heben, werden mittlerweile die meisten Männer
wegschauen und weitergehen. Das Risiko, an eine Feministin zu kommen, ist zu
groß.
Ihr glaubt es nicht? Passt dazu.Wegschauen vom das Narrativ Störende ist notwendig, sonst wirds unbequem.
Und Frauen jammern „Wo sind all die guten Männer hin?“ Antwort des Buches: Es gibt sie gar nicht. Männer sind toxisch.
Ich bezweifle, dass der Feminismus, wie er im Buch gut beschrieben wird, Menschen glücklich macht. Eher voller Wut. Seite 246 gibt diesen Tipp zum Schluss. Feminismus bedeutet, wütend zu sein. Ich glaube, dieses Ziuel des Feminismus wurde nachhaltig erreicht.
Der moderne Feminismus, der eigentlich Männerhass ist, ist dabei, eine der großen Erfolgsgeschichten der Menschheit zu zerstören: Die Man-Frau-Kooperation, die unseren Wohlstand aufgebaut hat. Probiert doch einmal, ein Monat ohne Männer auszukommen. Lasst euch nur von Automechanikerinnen das Auto reparieren, von Elektrikerinnen die Steckdosen installieren, von Installateusen das verstopfte Klo zu Hause ausräumen. Fahrt nur über Straßen, durch Tunnels, die von Frauen gebaut wurden.
Muss man auch komplett ignorieren: Unsere Welt wurde von Männern gebaut und wird von Männern am Laufen gehalten. Und bitte lasst die eine Tunnelbauerin weg, von der eine Freundin einer Freundin gehört hat. Die bestätigt nur die Regel.
Ich vergaß: Es ist das Patriarchat, das verhindert, dass Frauen in diese Berufe hineingehen, die Männer verhindern es (wie genau, eigentlich?).
Übrigens, habt Ihr schon einmal nachgedacht, dass es das Patriarchat war, dass es Männer waren, die Euch Frauen Eure Rechte gegeben haben? Nein, es waren nicht mehrheitlich Frauen in den Parlamenten, die diese Gesetze beschlossen haben sondern (fast) ausschließlich Männer. Wo ist die Dankbarkeit?
Noch ein Übrigens, betrifft diese unleserliche rote Schrift
auf rotem Grund … hat wahrscheinlich das Patriarchat bewirkt, das an allem
Schuld ist.
Also, los gehts, lest das Buch!
Feministinnen bekommen Gänsehaut, Männer schütteln den Kopf oder zucken mit der Achsel.
Aber wer es ernsthaft liest, weiß danach, wie Feministinnen ticken.
Ob es die Welt deutlich besser macht für Frauen, wird sich zeigen.
Leise Zweifel tauchen bei mir auf (übrigens schön langsam bei manchen Frauen auch).

